|
Zwei Empfehlungen
Eine teuer ( neue,
limitierte DVD Version mit allem Schnick
und Schnack )
Eine günstig (
schon älter, aber ich wage zu behaupten,
ein Klassiker )
Dasselbe Thema,
Sex und Gewalt vollkommen konträr
umgesetzt und doch gibt es Parallelen.
Bound
erzählt seine Geschichte konventionell,
in eleganten stilvollen Bildern.
Violet ( Jennifer
Tilly ) und Corky ( Gina Gershon )
begegnen sich im Fahrstuhl, es dauert
nicht lange und aus der lasziven
Geliebten eines Mafiakillers und der
vorbestraften Hausmeisterin wird ein
Liebespaar.
Als sie die
einmalige Gelegenheit wahrnehmen 2
Millionen Dollar von der Mafia zu klauen
überschlagen sich die Ereignisse.
Die Durchführung
ihres Plans ist schwierig und gelingt
nur mit äußerst präzisem Timing, aber
die beiden Frauen haben die Rechnung
ohne ihre Widersacher gemacht.
Bound ist
eine sexgeladene Romanze, Gangsterfilm,
Komödie und eine raffinierte Verarsche.
Die Frage, wer von
den Protagonisten wirklich das große
Geld macht, bleibt bis zum furiosem
Finale offen.
Sin City
ist ebenfalls spannend, erotisch und
äußerst brutal, aber hier ist es nicht
unbedingt die Geschichte die einen
fesselt, sondern die absolut geniale
Optik.
Rodriguez treibt
die Verfilmung des Kultcomics von Frank
Miller buchstäblich auf die Spitze.
Er versucht gar
nicht erst es realistisch
aussehen zu lassen, er reißt den
Zuschauer hinein in den Comic mit
unglaublichen Perspektiven und
graphischen Bildern.
Alles an Sin
City ist larger than life, die
Schicksale, die monströsen Verbrechen,
die Rache und auch die Liebe.
Die Episoden
verknüpfen sich, alles findet zusammen,
aber Happy End, Erlösung ????
Fehlanzeige!
Im Gegensatz zu
Bound ist Sin City durch und
durch artifiziell, man kann nicht
mitfiebern, hoffen das der Plan aufgeht
wie in Bound.
Bound ist
intim, lebt nicht nur von Sexszenen,
auch von subtilen Andeutungen, spielt
mit den Erwartungen der Zuschauer.
In Sin City
gibt’s es nichts zu erwarten, man
bekommt sofort voll eins in die
Fresse und schafft es nicht sich
wieder hochzurappeln, bis zum Schluß
versucht man in Deckung zu bleiben um
nicht erschlagen zu werden von der
Bestialität der Geschichte und der
Rauschhaftigkeit der Bilder.
Ach ja, Spaß
machen beiden.
Betsy |